Monat: November 2013

IL GRANDE GATTO von Sabine

IL GRANDE GATTO von Sabine ist bei Emme Edizione erschienen.

Das Buch wurde in Italien im Jahr 1973 herausgegeben und ist offenbar seither nicht wieder publiziert worden. Überhaupt findet man kaum Informationen über das Buch oder die Illustratorin mit dem schlichten Namen Sabine.

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Beeindruckend an diesem Bilderbuch sind die zeitlos schönen, naiven und liebevoll gearbeiteten Bilder. Vor allem fällt die ungewöhnliche Wahl der Perspektiven auf. Die ungewöhnlichen Blickwinkel überzeugen  genauso sehr wie die phantasievollen Größenverhältnisse. Die Farben sind sehr kräftig und pur, sie schaffen eine überaus eigene und ausdrucksstarke Stimmung. Die Figuren wirken seltsam steif, beinahe wie eingefroren in ihren Bewegungen und muten gerade deshalb sehr lebendig an. Auch dieses Buch hat wie ich finde eine selten anzutreffende Ursprünglichkeit, etwas beinahe archaisches, kraftvolles mit einer wohldosierten Priese Augenzwinkern und Humor. Alles erscheint hier wunderbar aus einem Guss und so erstaunt es nicht im Geringsten, dass Il Gato im Jahre 1973 rote Turnschuhe trägt, einer Zeit als Converse`s All Stars noch wenig en vogue waren.

Ich danke Valentina Gazzoni vom Kinderbuchblog L´Aeroplaneo di Biscotto, die die folgenden Abbildungen freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat.

IL GRANDE GATTO

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EIN MÄRCHEN von Blexbolex

Zum Ende des Jahres 2013 ist bei Jacoby & Stuart das schmucke Bilderbuch „Ein Märchen“ von Blexbolex erschienen.

blexbolex

Das Buch ist in mancherlei Hinsicht etwas Besonderes, weshalb es mich reizt, es hier vorzustellen. Als erstes fällt das liebevoll gestaltete Äußere des Buches auf: Das kleine Bilderbuch ist schön gebunden und bis zum Bersten mit schlichten, grafischen, Motiven gefüllt.  Die Darstellungen sind von beeindruckender Vielfalt, ein Umstand der gleichzeitig Segen  und Fluch des Buches ist: Blexbolex erzählt hier keine lineare Geschichte, sondern wagt eine mäandernde und an vielen Stellen ans irrational rührende und an die Archetypen der klassischen Märchenwelt angelehnte Erzählform. Dem Text der Geschichte gelingt es allerdings nicht, an eine zumindest gefühlte  innere Logik anzuknüpfen. Was die Bilder betrifft, schmerzt es einen beinahe, denn die wirklich schönen Darstellungen des Buches verlieren irgendwann zwangsläufig an Kraft, weil so viele starke Bilder aneinander gereiht sind. Es ist so, als sehe man 1000 starke Zeichnungen Picassos in einer Folge – eine Menge, die kaum ein Sterblicher zu bewältigen in der Lage ist.

Da das Buch sich ausdrücklich an Kinder und Erwachsene richtet, muss man fairerweise bemerken, dass Kinder mit dem Umfang und der Logik des Buches vielleicht weniger Probleme haben, da sie mit weniger strengem Raster an ein Buch herangehen als Erwachsene. Im besten Falle hält ein Kind ein beinahe enzyklopädisches Märchenbilderbuch in Händen, in dem es tatsächlich über Stunden neue  Bilddetails und Geschichten zu entdecken gibt.

Ein mutiges und ambitioniertes Buch welches sich genausogut im Bücherregal des grafisch versierten Erwachsenen als auch im Zimmer des stilsicher kultivierten Grosstadtkindes macht.

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